Was tut mir eigentlich gut?
Diese Frage klingt zunächst fast provokativ, wenn sie im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung gestellt wird. Denn Krebs – das bedeutet für viele: Angst, Ohnmacht, Schmerz und Trauer. Und doch war genau diese Frage der Ausgangspunkt für eine bewegende Gesprächsrunde beim CIO-Krebs-Informationstag am 6. September 2025 am Bonner Bogen.
Das neue Veranstaltungsformat des CIO Bonn war lebendig und vielfältig: Mitmachangebote wie Sport, Kunsttherapie und Achtsamkeitsübungen luden zur aktiven Teilnahme ein. Auf sechs sogenannten „Experten-Sofas“ diskutierten Fachleute aus Medizin, Forschung und Begleitung über verschiedene Aspekte der Krebsbehandlung – von Diagnostik über Therapie bis hin zu Studien und psychosozialer Unterstützung.
Auf „Sofa 4“ ging es um die Frage: „Was tut mir gut?“

(Foto: UKB / Döge)
Mit dabei war Catharina Scheuvens, Klinikseelsorgerin am Universitätsklinikum Bonn und an der WEGE Klinik (ehemals Robert Janker Klinik). Gemeinsam mit einer ehemaligen Patientin sowie Expert:innen aus der Palliativmedizin, Psychoonkologie und Onkosportmedizin sprach sie über die Bedeutung von Seelsorge in der Begleitung von Krebspatient:innen.
„Es fühlte sich fast so an, als säße man mit Freunden auf einem Sofa – und jeder konnte aus seinem Fachbereich etwas Mutmachendes erzählen“, sagte sie später über die empathische Moderation durch den „Medfluencer“ Dr. Dr. Tobias Weigl. „Am Ende gab es für alle eine angeleitete Meditation zu individuellen Kraftorten. Das entsprach zufällig genau meiner Empfehlung in der Schlussrunde: Sich mitten im Alltag immer mal Zeit zu nehmen, um Orte aufzusuchen, an denen wir uns besonders wohl oder geborgen fühlen. Eine Kirche, die Natur, der Liegestuhl im Garten oder einfach die Erinnerung daran – es muß nicht immer ein großer Urlaub sein, um aufzutanken.“ Das Fazit war: Die Frage „Was tut mir gut?“ – ist nicht nur erlaubt – sie ist bisweilen lebenswichtig.
Auch das Rahmenprogramm war inspirierend: Die Fotoausstellung des „Buusenkollektivs“, einem Verein für Brustkrebs-Betroffene, zeigte mit der Kampagne „Würde und Schönheit sind unantastbar“ eindrucksvolle Bilder und Geschichten. Zwar fehlte in diesem Jahr die Pilgergruppe „Über den Berg e.V.“, die sonst Wandertage und Jakobsweg-Touren für Krebspatient:innen anbietet – doch das breite Informationsangebot zu Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen war erneut eine wertvolle Ressource.

(Foto: UKB / Döge)
Mit rund 300 Teilnehmenden vor Ort und online war die Resonanz auf das neue Format sehr positiv. Die Klinikseelsorge Bonn freut sich über die wachsende Sichtbarkeit seelsorgerischer Angebote in der medizinischen Versorgung und wird auch künftig solche Veranstaltungen aktiv begleiten.
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